3,5 Millionen füe Existenzgründer
Ein Minister ist immer willkommen, wenn er Geld mitbringt. Und Arbeitsminister Dr. Heiner Garg hatte gestern im Log-In gleich 3,5 Millionen Euro dabei. Mit der Summe aus dem “Zukunftsprogramm Arbeit” verlängert das Land fünf Existenzgründungsprojekte bis 2013.

Den Löwenanteil von fast 1,53 Millionen Euro heimste die Egeb Entwicklungsgesellschaft Brunsbüttel für ihre “Startbahn Existenzgründung” ein. Sie unterstützt Unternehmensgründungen aus der Arbeitslosigkeit heraus. Neumünster ist einer von acht Projekt-Standorten. “Wir haben in 20 zweiwöchigen Praxis-Gründercamps mit 150 Teilnehmern intensiv an Business plänen gearbeitet”, sagte Marc Lindemann von der Wirtschaftsagentur Neumünster.

“Die Mittel sind gut investiert”, weiß auch Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras als ehemaliger Wirtschaftsförderer der Stadt. Er ist stolz, dass ein Projekt seine Wurzeln in Neumünster hat: Edyta Nickelweit berät seit Jahresbeginn in der Wirtschaftsagentur Migranten bei der Existenzgründung. Die 36-Jährige stammt selbst aus Polen, lebt aber seit 22 Jahren mit ihrem Mann und den beiden Kindern in Neumünster. “Es gibt eine überdurchschnittliche Gründerquote bei Migranten”, sagte der Chef der Wirtschaftsagentur, Guido Schwartze. Hier gelte es, Potenziale zu heben, sagte auch Garg. Der Wille, ein eigenes Unternehmen zu gründen, sei ungebrochen hoch. In den vergangenen vier Jahren konnten rund 7300 Gründungswillige aus der Arbeitslosigkeit heraus geschult werden. 5600 von ihnen gründeten tatsächlich einen Betrieb. Mit Erfolg: “Der Anteil der Unternehmen, die auch zwei Jahre nach der Gründung noch bestanden, ist mit 92 Prozent bundesweit einzigartig hoch”, sagte Garg.

Dafür brauche es Ideen, Kreativität, Ausdauer und Mut. Garg: “Das haben die Gründer bewiesen, das macht sie zu Vorbildern.” Die Hilfestellung bei der Gründung sei daher “keine Sozialhilfe, sondern eine Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft”. Selbstständigkeit sei ein Weg, aus der Arbeitslosigkeit herauszukommen, sagte Arbeitsagenturchef Carsten Ludwig und zitierte Walt Disney: “Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum.”

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Neue Nachweispflicht für umsatzsteuerfreie Ausfuhrlieferungen durch “Gelangensbestätigung”

Seit Anfang 2012 gelten für umsatzsteuerfreie Ausfuhrlieferungen und innergemeinschaftliche Lieferungen neue Nachweispflichten. Das Bundesfinanzministerium hat gemeinsam mit den Ländern für Warenlieferungen ins EU-Ausland alle bislang geltenden Nachweismöglichkeiten per Rechtsverordnung abgeschafft. Sie wurden durch einen einzigen Beleg ersetzt, die sogenannte Gelangensbestätigung.

Bei der Umsetzung in der Praxis müssen sich Unternehmen nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) auf einige Hürden gefasst machen:

Bei der Gelangensbestätigung handelt es sich um eine Erklärung des Abnehmers, dass er die Ware an einem bestimmten Tag und Ort erhalten hat. „Das klingt einfach, dürfte aber den EU-Binnenhandel erschweren“ heißt es in einer Pressemitteilung des DIHK. Denn die Gelangensbestätigung ist als solche im Ausland häufig unbekannt. Unternehmen befürchten daher, dass der Abnehmer sie daher vielfach zunächst nicht unterschreiben werde.

Zudem könnte es passieren, dass der Empfang der Ware von einer anderen Person als dem Abnehmer quittiert wird und die Finanzverwaltung diese Unterschrift nicht als Gelangensbestätigung anerkennt.

Verstärkt wird das Problem dadurch, dass es das Muster lediglich in deutscher, englischer und französischer Sprache gibt. Ob ein tschechischer, estnischer oder portugiesischer Abnehmer eine Bescheinigung in einer dieser Sprachen unterschreibt, ist ebenfalls nicht sicher.

Und bei der Vielzahl von deutschen Warensendungen ins EU-Ausland wäre es für den liefernden Unternehmer ein erheblicher Aufwand, sicherzustellen, dass alle Abnehmer die Gelangensbestätigung korrekt ausfüllen.

http://www.haufe.de/finance/newsDetails?Subarea=News&newsID=1326984179.77&chorid=00511458]

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Kein Rechtsanspruch auf Gründungszuschuss mehr

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/verbrauchertipp/1641137/

Höherer Erfolgsdruck für Existenzgründer in der Anfangsphase

Von Nadine Lindner

Existenzgründer können sich künftig nicht mehr auf Hilfe vom Staat verlassen: Bestand früher noch ein Rechtsanspruch, so wird der Gründungszuschuss für Bezieher von Arbeitslosengeld 1, die sich selbständig machen wollen, künftig nur noch als Ermessensleistung gewährt. Auch die Föderkonditionen haben sich verändert.

Das heißt, dass die Arbeitsagentur in jedem Einzelfall neu entscheidet und Anträge auch ablehnen kann. Andre Doll ist Gründungsberater in Köln:

“Es ist eine Kann-Regelung jetzt. Früher war es so, dass sie einen Rechtsanspruch auf diesen Gründungszuschuss haben. Jetzt können sie sich da nicht mehr drauf verlassen, wenn sie aus der Arbeitslosigkeit gründen. Das Risiko ist damit größer geworden.”

Die Agentur für Arbeit wird in Zukunft noch strenger prüfen, ob eine Gründung notwendig ist, um die Arbeitslosigkeit zu beenden. Eine Vermittlung in eine feste Stelle hat Vorrang, sagt Sabine Schlensag, Teamleiterin bei der Agentur für Arbeit in Köln:

“Wir schauen den Stellenmarkt an, der für diesen Arbeitslosen erreichbar ist, das kann der regionale Arbeitsmarkt sein, das kann in vielen Berufen auch der bundesweite Arbeitsmarkt sein. Und wenn dieser Arbeitsmarkt genügend Integrationschancen bietet, gibt es für die Zahlung von Gründungszuschuss weniger Anhaltspunkte.”

Auch eine zweite Änderung soll Einsparungen bringen: Die erste Phase der Förderung wird von neun auf sechs Monate verkürzt. In dieser Zeit bekommt der Gründer einen Betrag in Höhe des Arbeitslosengeld 1 plus 300 Euro. Dieses Geld soll zum Lebensunterhalt und zur sozialen Absicherung zum Beispiel bei der Krankenversicherung dienen.

Falls das Gründungsvorhaben erfolgreich verläuft, kann nach dem ersten halben Jahr die zweite Phase beantragt werden. Dann zahlt die Arbeitsagentur noch einmal neun Monate lang 300 Euro.
Für Gründer bedeutet diese Kürzung mehr Erfolgsdruck in der Anfangsphase, sagt Andre Doll:

“Er sollte sich natürlich auch intensiv um Kunden kümmern, schon im Vorfeld. Dass er sobald er gegründet hat auch schon Kunden hat. Dann halt auch einen finanziellen Puffer mitnehmen, mit der Finanzierung mit der Bank schon eingestiegen sein, also, dass er dort schon Gespräche geführt hat.”

Die dritte Neuregelung: Alle Arbeitslosen, die den Gründungszuschuss beantragen wollen, müssen noch einen Rechtsanspruch auf 150 Tage Arbeitslosengeld 1 haben. Das heißt, dass sich Arbeitslose jetzt schneller entscheiden müssen, ob sie den Schritt in Richtung Selbständigkeit gehen.
Frühestens ist das aber ab dem zweiten Tag der Arbeitslosigkeit möglich.

Wie viele Anträge auf Gründungszuschuss in Zukunft abgelehnt werden, ist derzeit noch unklar. Bislang werden rund 150.000 Existenzgründungen im Jahr mit diesem Zuschuss gefördert. Nach Angaben der Agentur für Arbeit wird diese Zahl aber deutlich sinken.

Für Gründer heißt das, dass sie bei drohender Arbeitslosigkeit möglichst früh mit dem Arbeitsvermittler über ihre Pläne für die Selbständigkeit sprechen sollten. Helfen kann auch eine branchenspezifische Beratung zum Beispiel bei der Handwerkskammer oder anderen Trägern, rät Andre Doll:

“Die Agentur für Arbeit bietet ja auch Existenzgründungsseminare an oder über Partner, diese Teilnahme kann teilweise vom Arbeitsamt gefördert werden.”

Wichtig für Gründer ist nun umso mehr ein plausibler Businessplan, das betrifft vor allem die Analyse des Marktumfeldes und die Tragfähigkeit der Geschäftsidee. Er kann auch helfen, ein Gründungsdarlehen von der Bank oder aus dem privaten Umfeld zu bekommen – falls die Agentur für Arbeit am Ende doch keinen Gründungszuschuss zahlt.

Gründer ohne Startkapital

Existenzgründer müssen 2012 Einschnitte hinnehmen. Eine Existenzgründung aus der Arbeitslosigkeit heraus wird damit künftig schwerer. Der Grund: Der Gesetzgeber hat den Gründungszuschuss von einer Pflichtleistung in eine sogenannte Ermessensleistung umgewandelt. Damit haben Betroffene keinen Anspruch mehr auf die Leistung; diese steht künftig im Ermessen der Behörde – der Beamte kann also darüber entscheiden, ob der Zuschuss gewährt wird oder nicht. Darüber hinaus beträgt der für den Antrag nötige Restanspruch auf Arbeitslosengeld nur noch 90 Tage, davor waren es 150 Tage. Die erste Förderphase wird von neun Monaten auf sechs Monate gekürzt, die zweite Förderphase von sechs Monaten wird auf neun Monate verlängert. In der ersten Phase erhalten Existenzgründer einen Zuschuss in Höhe des Arbeitslosgelds I zuzüglich einer Pauschale von 300 Euro zur sozialen Sicherung. In der zweiten Phase wird lediglich die Pauschale gezahlt.

Änderungen Förderprogramme der KfW

Zum 01.01. ändert die KfW einige Ihrer Programme. Neben “Energieprogrammen” sind auch die “Existenzgründungsprogramme” KfW-Gründerkredit-StartGeld und KfW-Gründerkredit-Universell betroffen. Diese heißen ab dem 01.01. ERP-Gründerkredit-StartGeld und ERP-Gründerkredit-Universell. Inhaltlich bleiben die Programme im wesentlichen unverändert.

Nähere Infos: http://www.kfw.de